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Nein,
heute wird niemand fragen, ob alle Kinder da sind. Denn
heute tritt kein Kasperle und kein Seppl auf. Auch die
Großmutter und der Polizist haben Urlaub.
Die Rede ist vom Handpuppentheater. Es wird das Märchen
vom Fischer und seiner Frau Ilsebyll geprobt.
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Bei den Proben darf die Puppenspielerin
noch zu sehen sein. |
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Der
Fischer, seine Frau und der Butt
Die armen Fischersleut' : ein Loch ist in ihrem
Dach, da regnet es durch. Zum Essen ist auch nichts
mehr da. Da wird der Fischer wohl losgehen und einen
Fisch angeln müssen.
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Die Regisseurin dreht das Bein der Puppe
wieder gerade. |
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Verflixt,
als die Puppe sich ans Meer setzen soll, verdreht sich
das Bein. Das muss geübt werden. Drei-,
viermal wird das Setzen probiert. Als es endlich
klappt, geht die Szene weiter.
Der Fischer hat offensichtlich etwas am Haken. Er zieht
und zerrt einen gewaltigen Fisch an Land.
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Die Regisseurin gibt Anweisungen, wie die Angel gehalten
werden muss.
Der Fisch ist natürlich verzaubert, also lässt
der gutmütige Fischer ihn auch gleich wieder frei.
Auf dem Weg nach Hause verrutscht manchmal die Angel
und die Akkordeonspielerin ist ein, zwei Takte zu schnell.
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Fantasie
und Handwerkskunst
Bevor eine Premiere (so nennt man die erste Aufführung
eines Theaterstücks) stattfinden kann, ist sehr
viel Arbeit nötig. Denn erst einmal muss ein Stück
ausgewählt werden. Manche Märchen eignen sich
nicht für Handpuppen, sondern eher für Marionetten
oder Stabpuppen.
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Die handgefertigten Puppen sind empfindlich
und wertvoll
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Ist das Stück gefunden, müssen Puppen und
Kulissen gebaut werden, das Märchen für die
Bühne umgeschrieben und passende Musik ausgesucht
werden. Ehe sich der Puppen- und Kulissenbauer an die
Arbeit macht, fertigen er und die Puppenspielerin Skizzen
an, also Bilder, die zeigen, wie alles werden soll.
Erst dann werden Stoffe und Materialien ausgesucht.
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So
sieht es hinter den Kulissen der Puppenbühne aus |
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Weil
der Fisch ein verzauberter Prinz ist, wünscht sich
Ilsebyll ein kleines Häuschen. Der Wunsch wird
prompt erfüllt. Doch nicht lange und sie ist mit
der Enge und der Arbeit im Haus unzufrieden, sie verlangt
ein Königsschloss und später sogar den Papstdom.
Mit jedem Wunsch verändert sich Ilsebyll mehr und
mehr.
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Nicht nur ihre Kleider und Kronen wechseln, auch ihr
Gesicht verändert sich. Für jeden Gesichtsausdruck
muss eine eigene Ilsebyll-Puppe gebaut werden.
Sind Puppen, Kulissen und Text fertig, können die
Proben beginnen: Die Puppenspielerin lernt das ganze
Stück auswendig. Im Lauf der ersten Proben werden
Text und Regieanweisungen noch häufig geändert.
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Die
Regisseurin macht Vorschläge und notiert sich alles.
Die Musikerin, die das Stück mit dem Akkordeon
begleitet, prägt sich genau ein, wo und wie sie
mit der Musik einsetzen muss.
Allmählich bekommt auch hinter den Kulissen alles
seinen Platz. Überall werden Häkchen und Klämmerchen
angebracht.
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Alle
Requisiten für das Stück haben einen bestimmten
Platz |
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Daran hängen griffbereit die Puppen und die Requisiten.
Requisiten heißen alle Dinge, die im Stück
gebraucht werden, wie die Angel zum Beispiel. Jeder
Handgriff muss sitzen, damit das Stück ohne "Hänger"
ablaufen kann. Erst kurz vor der Aufführung steht
das Stück.
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